Mille Nuits Texte

Nos Regards

Mein Blick übersetzt, was meine Zunge nicht sagen kann
Und zeigt meine Liebe, die ich stets zu verbergen sann
Wir standen uns Aug um Aug, es war keine Träne da
Doch schweigend erzählte mein Auge, wie meine Träne rann.
Sie blinzelte mir zu und ich verstehe was sie mir sagte
Ich blinzelte zurück, so dass auch sie mich verstehen kann
Es sind unsere Augenbrau’n, die alles alleine tun
Die Liebe sie spricht, dabei seh’n wir uns nur schweigend an

Myosotis I

Er war ein schöner Jüngling, er war heiter und lachend, und ihn konnte niemand von irgendeinem Gedanken abbringen. Und so geschah es, dass dieser junge Patischar nicht in Heimlichkeit sondern am hellen Tage davon ritt- durch das südliche Tor nach Westen zu. Er befand sich in Kürze in einem Nebel eingehüllt. Er konnte das nicht begreifen denn die Sonne stand hoch am Mittag und es war ein strahlender Tag gewesen. Und aus dem Nebel heraus wuchs etwas wie ein glitzernder Boden. War das Wasser? War das ein See? Was war denn das? Ein Trugbild irgendwelcher Art? Ein Fata Morgana? Er ritt weiter und da war es, dass der Nebel sich teilte und er sah, dass er sich in einer sumpfigen Gegend befand. Und in dieser Sumpfgegend war unendlich vieles herumflirrendes Geflieder und viele seltsame kleine Blumen. Unter all diesen kleinen Blumen, war da eine Große. Eine gelbe Blume. Sie hatte einen Kopf wie ein Vergissmeinnicht. Aber sie war sehr groß, sie hatte weite grüne Blätter, und einen Stängel der schon fast wie ein kleiner Baum aussah. „Ja, was ist denn das für eine seltsame Blume?“ Sagte der Patischar, „ich habe so ein großes Vergissmeinnicht noch nie gesehen. Und gelb ist es auch. Wie er zwei Hufsprünge vor ihr war, da war die Blume plötzlich verschunden.“ Er schaute sich um: „Ach da vorne ist Sie. Soweit ist sie fort gewesen? Wie konnte ich mich nur so täuschen?“ Und ritt wieder auf sie zu - wieder war sie verschwunden. Der Patischar merkte nicht, dass die Blume ihn durch den Morast auf dem einzig begehbaren Weg führte. Er war nur hinter ihr her, vor ihm leuchtete, dieser weite, goldenen Blumenkopf. Plötzlich blieb sie vor dem Eingang einer Höhle stehen. Leuchtend hob sie sich ab von dem dunklen Hintergrund dieser Höhle und er war mit einigen Sprüngen seines Pferdes unmittelbar vor ihr. Da aber war sie wieder verschwunden. An ihrer Stelle jedoch kam ein riesenhafter Mensch aus der Höhle. Und auf seiner nackten Haut glänzte dieses Gemisch aus Nebel und Sonne, und auch auf dem Schwert was er, dass er mit beiden Händen hoch schwang. Der Patischar, aber, der der beste Schwert-Halter und der beste Schwert-Fechter des Landes war, für ihn war das ganze nur ein kleiner Spaß. Sein ganzer Gedanke galt der Blume. „Ohne mich hast du gerechnet“, und zog kaum hinschauend, sein leuchtend blitzendes Schwert und hieb es dem riesigen Menschen in den Hals hinein. Der Patischar wischte sein Schwert an seiner Satteldecke ab, steckte es ein, und um zurückzureiten schlug er seinen Mantel über die Schulter. Wie er das tat, war da ein Hindernis auf seiner Schulter. Auf seiner Schulter saß die Blume. Ein kleines gelbes Vergissmeinnicht.

Myosotis II

Nach dem Sieg über den Riesen, welcher den Bruder des edlen Patischar getötet hatte, gelang der König wieder in sein Königreich.

Der Krieger war für gewohnt ein glücklicher und fröhlicher König, doch bei seiner Heimkehr erschien er seinen Dienern auffällig nachdenklich und ruhig

Unter seinem Königsmantel versteckte der Patischar, eine kleine gelbe Blume.

Zurück in seinem Gemach, nahm der König die Blume von der Schulter und setzte sie in eine goldenen Schale.

Seine Diener machten ihm sein Bett aus Seide in welches der König erschöpft fiel und sofort einschlief.

Als er die Augen öffnete, sah er, dass sein Mitternachtsmahl, welches für gewöhnlich neben seinem Bett stand, leergegessen war.

„Wo sind meine Früchte und meine Süßspeisen“ rief der König aufgebracht zu seinen Dienern.

„Herr, wir haben nichts angerührt“ antworteten ihm seine Diener „Wir haben die Früchte und die Süßspeisen wie immer bereitgestellt.“

Zwei Nächte vergingen, ohne dass der König herausgefunden hatte, wer sich an seinen Speisen vergriffen hatte.

In der dritten Nacht jedoch, stellte der König sich schlafend. Und da kam es, dass vor seinen Augen eine wunderschöne junge Frau stand.

Aus dem gelben Vergissmeinnicht war die schönste Frau die er jemals gesehen hatte geworden.

Von diesem Tag an, hatte der König seinen Peri.

Seine Blume während des Tages und in der Nacht seine Frau.

Myosotis III

Nach vielen liebevollen Jahren, kamen für den Patischar und seine Peri, das Ende der gemeinsamen Zeit auf Erden.

Der Körper des guten und furchtlosen Königs wurde im Kampf zerstört.

Tot ist lebendig
Klein ist groß
Tief ist hoch
Warm ist kalt
Gut ist böse
Schwarz ist weiß
Richtig ist falsch
Es gibt nichts, und nichts ist alles
Ein Pferd ist ein Pferd
Ein Patishar ist ein Patishar
Eine Peri ist eine Peri
Hast du Deine Peri schon gefunden?

Die Seele des Patischars jedoch war fester denn je mit seiner Peri verbunden. Gemeinsam wurden sie mit offenen Armen von Allah im Paradies empfangen.

Il était un foie

Eine alte Frau bat Ihre Tochter Leber zu kaufen
Das Mädchen ging auf den Bazar und kaufte also Leber
Auf dem Heimweg entriss ein Storch ihr die Leber und sagte:
Wenn du mir Gerste gibst, dann gebe ich dir die Leber zurück

Das Mädchen ging zum Acker und sprach:
Acker gib mir Gerste,
Die Gerste gebe ich dem Storch
Der Storch gibt mir die Leber
Die Leber gebe ich meinem Mütterchen

Doch der Acker antwortete:
Bete zu Allah um regen, dann gebe ich dir Gerste,
Doch für ein Gebet brauchte sie Weihrauch

So ging sie zum Kaufmann und sprach:
Kaufmann, gib mir Weihrauch damit ich es vor Allah anzünde,
Allah gibt dann Regen, Regen gebe ich dem Acker,
Der Acker gibt mir Gerste, die Gerste gebe ich dem Storch,
Der Storch gibt mir die Leber zurück, die Leber gebe ich meinem Mütterchen.

Ich gebe ihn Dir, entgegnete der Kaufmann,
Wenn du mir Stiefel vom Schuster holst.
So ging das Mädchen zum Schuster und sprach zu Ihm:

Schuster gib mir Stiefel, die Stiefel gebe ich dem Kaufmann,
Der Kaufmann gibt mir Weihrauch, Weihrauch spende ich Allah,
Allah gibt mir Regen, Regen gebe ich dem Acker,
Der Acker gibt mir Gerste, die Gerste gebe ich dem Storch,
Der Storch gibt mir die Leber zurück, die Leber gebe ich meinem Mütterchen.

Doch der Schuster antwortete: Bring mir Ochsenleder, dann gebe ich dir Stiefel.
Das Mädchen ging daraufhin zum Gerber.

Gerber: Gib mir Leder, Leder gebe ich dem Schuster
Der Schuster gibt mir Stiefel, die Stiefel gebe ich dem Kaufmann,
Der Kaufmann gibt mir Weihrauch,
Weihrauch spende ich Allah, Allah gibt mir Regen,
Regen gebe ich dem Acker, der Acker gibt mir Gerste,
Die Gerste gebe ich dem Storch, der Storch gibt mir die Leber zurück,
Die Leber gebe ich meinem Mütterchen.

Bringst du mir ein Fell vom Ochsen, so gebe ich dir Leder, entgegnete der Gerber.
Sie ging zum Ochsen und sprach:

Ochs, gib mir Fell, Fell gebe ich dem Gerber,
Der Gerber gibt mir Leder, das Leder gebe ich dem Schuster,
Der Schuster gibt mir Stiefel,
Die Stiefel gebe ich dem Kaufmann,
Der Kaufmann der Kaufmann gibt mir Weihrauch,
Weihrauch spende ich Allah, Allah gibt mir Regen,
Regen gebe ich dem Acker, der Acker gibt mir Gerste,
Die Gerste gebe ich dem Storch, der Storch gibt mir die Leber zurück,
Die Leber gebe ich meinem Mütterchen.

Wenn du mir Stroh bringst, so gebe ich dir dafür ein Fell.
Das Mädchen ging also nun zu einem Bauer.
Bauer, gib mir Stroh, das Stroh gebe ich dem Ochsen,
Der Ochse gibt mir Fell, das Fell gebe ich dem Gerber,
Der Gerber gibt mir Leder, das Leder gebe ich dem Schuster,
Der Schuster gibt mir Stiefel, die Stiefel gebe ich dem Kaufmann,
Der Kaufmann gibt mir Weihrauch,
Weihrauch spende ich Allah, Allah gibt mir Regen,
Regen gebe ich dem Acker, der Acker gibt mir Gerste,
Die Gerste gebe ich dem Storch, der Storch gibt mir die Leber zurück,
Die Leber gebe ich meinem Mütterchen.

Da sprach der Bauer zur Maid: Ich gebe dir Stroh wenn du mich küsst.
Da küsste ihn das Mädchen und bekam für ihren Kuss Stroh.

Das Stroh trug sie nun zum Ochsen, der Ochs gab ihr dafür ein Fell,
Das Fell trug sie zum Gerber, der ihr dafür Leder gab,
Das Leder gab sie für Stiefel dem Schuster,
Die Stiefel trug sie zum Kaufmann der ihr dafür Weihrauch gab,
Den Weihrauch spendete sie Allah und betete:
Gib Regen, Oh Allah, den Regen gebe ich dem Acker, damit er mir Gerste gebe,
Die Gerste gebe ich dem Storch, damit er mir die Leber zurück gebe,
Die ich meinem Mütterchen nach Hause tragen will und siehe da:

Allah spendete Regen, den Regen gab sie dem Acker,
Der Acker gab Ihr Gerste, die Gerste gab sie dem Storch,
Der ihr nun die Leber zurück gab die Leber brachte sie ihrer Mutter

Cèdre

Es waren drei Kaufleute.
Ein Seidenhändler, ein Schmuckhändler, und ein Künstler.
Der Künstler schnitt in Holz was er sah und was er erlebte.
Sie kamen zu dritt auf einen Bergpass.
Der Schnee lag so hoch, dass sie nicht weiter konnten
Und in einer Hütte verblieben.

Der Künstler vertrieb sich die Zeit damit
Aus einem Zedernstamm zu schnitzen.
Er schnitzte das Bild einer Frau.
Da sagte der Seidenhändler
"Das hast du schön gemacht, aber was ist schon ein Weib ohne Kleidung?"
Er holte die kostbarste Seide und legte sie um das Bild des Weibes herum.
Der Schmuckhändler entgegnete
"Gut und schön, aber eine schöne Frau verlangt Juwelen.“
So hängte er ihr alle Herrlichkeiten um, die er besaß.

Doch kaum sehen drei Männer eine Frau
so beginnen sie zu streiten:
"Mein ist sie", sagte der Künstler,
"ich habe sie aus meiner Sehnsucht heraus geschaffen."
"Lächerlich", sagte der Seidenhändler
"Was ist für eine Frau die Sehnsucht eines Mannes?
Für sie ist wichtig, was der Mann ihr geben kann.
Ich habe ihr die prächtigste Seide gegeben."
"Ach redet doch nicht" sagte der Schmuckhändler
"Seide? Sehnsucht? Juwelen und Glanz ist was ein Frau verlangt!"

Während sie so sprachen, geschah es:
Langsam, wie aus einem Schlaf erwachend, bewegte sich das Bild der Frau.
Sie wandte sich zum Eingang der Hütte und schritt durch den Schnee.
Die Männer hinterher.
Der Schneesturm, schien sich wie eine leichte Wolke um die Frau zu legen.
Sie ging, bis sie bei einem schönen, starken Zedernbaum angelangte.
Da legte sie ihre Hände flach an diesen Baum.
Der Stamm öffnete sich, und die Frau verschwand darin.
Hinter Ihr schloss sich der Stamm wieder.
Der gewaltige Baum stand reglos, zeitfern und erhaben dort.

Die drei Männer aber, standen zurückgelassen im Schneesturm.
Mit der Erkenntnis: "Zu seinem Ursprung kehrt jeder zurück, preisen wir Allah.“

La plainte des fontaines

Der Mond war aufgegangen, eine Nachtigall sang
In dem Himmel der Minarette und der silbernen Sterne.
Der Schuster schlief in seinem kleinen Arbeitsatelier,
Seine Tochter starte Löcher in die Luft.
In den Straßen von Bagdad wurde erzählt, dass
Shahriar, der Sultan, sein Schwert schwang.
Er durch schnitt unschuldige Kehlen armer Frauen, die Geschichtenerzählerinnen waren und
Die ihr Leben in dem Marmorpalast verlieren sollten.

Schéhérazade sagte zu ihrer Schwester
„Lass uns zu dem grausamen Sultan gehen.
Wir wissen tausendmal mehr Geschichten, die wir ihm erzählen,
Endlose Geschichten, die vor Tagesanbruch immer noch kein Ende gefunden haben...“
Der Sultan heiratete die Geschichtenerzählerin Schéhérazade,
Die jede Nacht eine Geschichte mit offenem Ende erzählte.
Immer nur Kommata, niemals setzte sie einen Punk ans Ende ihrer Geschichten.
Der Sultan überhäufte sie mit Gold und Edelsteinen

Am kristallklaren Brunnen
Erzählt Schéhérazade Märchen und der Sultan hört ihr mit
halb geschlossenen Augen zu.
In dieser Nacht, in der sie
Lampen und Legenden von überraschten Fischern aufblühen lässt.

In der Sanduhr zerrann die Zeit
Die schöne Schéhérazade destillierte unter ihrem Schleier ihre Geschichten
Von Sinbad, verzauberten Höhlen und glänzenden Gläsern.
Als der Morgengrauen sich erstreckte,
Schlief der Sultan mit dem ersten Vogelgezwitscher ein.
Die schönen „Schéhérazade“ zeichnete den Tag auf seine Augenlider.

À la Lampe

Aladin langweilte sich in seiner orientalischen Heimatstadt.


Seine Kunden langweilten ihn.


Er nähte, um die Zeit totzuschlagen.


Ein Magier kam eines Tages auf seinem Teppich,


Um Aladin von seiner Suche nach einer Lampe


mit einem Flaschengeist zu erzählen.





Der Mann war ein Zauberer.


Er gab ihm einen goldenen Ring.


„Mein Glück gehört Dir


Wenn Du den Schatz findest.


Der Schatz wird in einer Lampe versteckt,


In der ein guter Geist drin schläft.


Wenn Du diese Lampe reibst,


Kannst du das Paradies erleben.

“



An der Lampe …

Sagt Aladin: Erfülle mir meinen Wunsch!





Der Magier hatte das Wissen,


Aladin aber wollte nur die Liebe.


Er träumte, morgens bis abends


Von seiner großen Liebe „Bardroulboudour“.


Aladin sah die Abgründe,


Er streifte  den Tod,


Er besiegte Drachen,

| Aber am Ende erfreut er sich des  Schatzes.







Der Flaschengeist


Schenkt Aladin alles,


Wald und Dämmerung in Nebel gehüllt.


Aber nichts blieb für den Zauberer.


Aladin verteilt sein Vermögen an die Armen.


Er heiratete seine Prinzessin Bardroulboudour.

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